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Wenn man sich die Spiele-Wertungen der verschiedenen Videospielepublikation ansieht dann merkt man schnell, dass die Wertungen oftmals erheblich variieren. Gewisse Unterschiede sind natürlich normal und dem Geschmack des jeweiligen Testers geschuldet, aber gerade bei Spielen für die Wii sehr auffallend.

Dafür gibt es mehrere Gründe die ich weiter unten erläutere. Zunächst muss angemerkt werden, das journalistische Professionalität in weiten Teilen der Videospielzeitschriften keine nennenswerte Relevanz besitzt. Ein Auswuchs der Naivität der Szene sind die Prozentwertungen für Videospiele. Wenn ein Kritiker einem Film oder Buch eine Prozentwertung a la 47% geben würde, würde er nur Kopfschütteln oder bestenfalls Gelächter ernten. In der Videospielszene sind solche an den Haaren herbeigezogenen "Wertungen" leider gang und gäbe, nicht nur bei den Endwertungen, sondern auch bei den Teilwertungen für Grafik oder Musik. Geschuldet sind diese infantilen Traditionen den meist sehr jungen Lesern dieser Publikationen, die sich in entsprechenden Foren stundenlang über Wertungsunterschiede von 1% - 2% auslassen können.

Zudem ist es leider auch Tradition vieler dieser Publikationen "gehypte", also mit viel Marketingaufwand beworbene Spiele, grundsätzlich hohe Wertungen zu geben. Als Beispiel: Modern Warfare 2 ist natürlich kein gutes Spiel, sondern das Äquivalent eines stumpfsinnigen Kriegsprogandafilms, bei dessen Anblick jedem halbwegs reifen Mensch das Hirn schmilzt. Trotzdem bekam es in vielen Szene-Publikationen gute Wertungen, nur die an ein erwachsenes Publikum gerichteten Magazine machten die Ausnahme.

1. Die meisten Videospielzeitschriften richten sich an männliche Teenager und ein Teil dieser Leserschaft ist völlig entsetzt darüber, das mit der Wii nun auch Mütter, Väter und Großeltern Lust auf Videospiele bekommen haben und damit in ihre Domäne eindringen. Manche dieser Teenager reagieren daher allergisch auf jedes Wii Spiel und so mancher Redakteur versucht sich durch dumpfe Kommentare zu Wii Spielen bei dieser Leserschaft anzubiedern.

2. Wii-Spiele haben aufgrund der neuartigen Steuerung bei vielen konservativen, an Gamepads gewöhnten, Spieletestern von vorneherein schlechte Karten und diese stellen (noch) die Mehrheit in den Redaktionen. Zudem sind viele der Spieletester, schlimmer noch als Fußballfans, ihrer Konsolenmarke verhaftet und da Nintendo vor der Wii einige Konsolenflops zu verkraften hatte, ist die Anzahl der Nintendo-Fans in den Redaktionen dementsprechend gering. So werden dann oftmals Redakteure "gezwungen" Wii Spiele zu testen, die eigentlich lieber das neueste Ballerspielchen für ihre Playstation hochjubeln würden, das schlägt sich dann auch in voreingenommenen Tests nieder.

3. Es kommen jeden Monat viele viele neue Wii Spiele auf den Markt, aber nur ein Bruchteil davon hat echte Qualität zu bieten. Den meisten Redaktionen fehlt die Zeit alle diese Spiele ausführlich zu testen. Deshalb werden so manche Spiele bestenfalls oberflächlich getestet und einfach eine der üblichen 60% - 75% Wertungen aus dem Hut gezogen.

Es ist Besserung in Sicht: Teenager werden älter und vernünftiger, die nachkommenden jüngeren Spieler mögen die Wii und die neue Steuerung sowieso schon längst. Spiele Redakteure die die Wii immer noch als "Hausfrauen-Konsole" beschimpfen oder über die neue Steuerung lästern, ernten immer öfter nur noch Kopfschütteln. Entweder ob ihres Unvermögens die Wii Steuerung zu meistern, oder einfach wegen der Tatsache das viele der besten Spiele der letzten Jahre (und der kommenden Monate) nur für die Wii erhältlich sind. Denn das haben mittlerweile nun die meisten Spieler mitbekommen.  Nur die Freunde der Bombastgrafik wird kein Wii Spiel je vollends befriedigen könne, die müssen weiterhin zum PC greifen.



Bewertung: cool!

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