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Eine gekürzte Version des Original-Artikels.

Sonys Niedergang

Am 22. November verkündete die Rating-Agentur Fitch das das Kredit-Rating für Sony auf die niedrigste Stufe gesetzt wird, auf den sogenannten "Junk"-(Ramsch)-Status. Die "Ramsch-Wertung" ist als Warnung an die Anleger zu verstehen, dem Elektronikriesen noch Geld zu leihen.

Das kam nicht unerwartet, viele Bereiche des riesigen Sony-Konzerns machen seit Jahren Verluste, einschließlich der Gaming-Sparte. Die Sony-Aktie befindet sich seit langem im freien Fall und die Bewertung des Unternehmens sank ebenfalls ständig. Sony schiebt seit Jahren einen immer weiter wachsenden Schuldenberg vor sich her. Die Summe aller kurz- und langfristen Verpflichtungen umfasst alle Ansprüche von Gläubigern auf Vermögenswerte des Unternehmens (in Milliarden Dollar, Stand September 2012).

Sony: 140.04
Electronic Arts: 3.04
Google: 21.70
Apple: 57.85
Microsoft: 53.04

Sony hat also mehr Schulden als EA, Google, Microsoft und Apple zusammen. Sonys offensichtlich nunmehr unkontrollierbarer Schuldenberg wächst ständig. Natürlich sind nicht alle Schulden "schlecht". Doch im Zusammenhang mit dem Wert von Sonys Aktiva, also dem Vermögen (Bankvermögen, Gebäude, noch nicht verkaufte Geräte, usw.) ergibt sich ein erschreckendes Bild: Sony hat Aktiva im Wert von ca. 169.92 Milliarden Dollar (Stand Sep. 2012). Selbst wenn Sony also vollkommen aufgelöst und "zu Geld gemacht" würde, könnten damit gerade mal die Schulden bezahlt werden. Der Börsenwert Sonys sank von 100 Milliarden Dollar im September 2000, über 54 Milliarden im Dezember 2007, über 18 Milliarden im Dezember 2011 auf knapp 10 Milliarden im November 2012.

Im April 2012 wurde Kazuo Hirai zum neuen Präsidenten von Sony ernannt. Vorausgegangen war heftige Kritik vieler Aktionäre am alten Chef. Hirais erste Amtshandlungen war die Entlassung von weltweit über 10.000 Mitarbeitern. Hirai kündigte an neben dem Mobile und dem Digital Imaging Bereich auch den Videospielesektor zum wichtigsten Standbein des Unternehmens zu machen. Ein kühne Entscheidung, da die Gaming-Division jahrelang ein Verlustgeschäft war und auch momentan nur minimale Gewinne vorweisen kann, die hauptsächlich durch Entlassungen und Spielestudioschliessungen zustande kommen, der Umsatz mit der PS3 sinkt beständig. In der Übergangsphase zur neuen Konsolengeneration, die gerade mit der Wii U begonnen hat und von Microsoft 2013 mit der Xbox3 fortgesetzt wird und in die Sony hofft 2013/14 mit der PS4 einsteigen zu können, sind aber erneut hohe Investitionen erforderlich.

Japanische Finanzexperten glauben allerdings nicht das Hirai es schaffen kann Sony vor dem Untergang zu retten. Yuuki Sakurai, CEO Fukoki Capital Management, der gut 7 Milliarden Dollar an Sonys Aktiva überwacht glaubt nicht das Sony es mit diesen Plänen schaffen kann das Unternehmen zu retten, eher würde er es dem zeitgleich mit Sony herabgestufen Unternehmen Panasonic zutrauen sich zu erholen. Ähnliche Aussagen sind von allen Experten zu hören die sich zum Thema Sony äußern. Ich bleibe skeptisch. Das hört sich eher nach Slogans ohne Grundlage an. sagt Hideto Fujino, Chef Investment Officer of Rheos Capital Works Inc. Sony ist eine sehr schwache Firma. Die Wende zu schaffen wird sehr, sehr schwer. Während des Absturzes nehmen sie sogar noch an Geschwindigkeit zu. sagt Edwin Merner, Präsident von Atlantis Investment Research in Tokyo.

Auch wenn es manchen Videospieler, die mit Sony-Konsolen aufgewachsen sind, noch unmöglich erscheint: Alles deutet darauf hin das der Elektronikriese vor dem "Aus" steht. Ob und wann die PS4 noch erscheinen wird bzw. überhaupt erscheinen kann ist heute schwer zu sagen. Wird Sony das verlustreiche Geschäft mit dem Vita-Handheld aufgeben? Und selbst wenn die PS4 erscheint und die Vita weiterhin im Handel bleibt, welche Zukunft haben diese Geräte wenn es unklar ist ob es Sony in ein bis zwei Jahren überhaupt noch geben oder die Firma zerschlagen aufgelöst wird?

Immerhin deuten die momentan im Umlauf befindlichen Gerüchte über den PS3-Nachfolger an das Sony diesmal nicht auf teure Technik setzen wird sondern eher Nintendos Weg geht und preiswerte Komponenten benutzt. Das könnte allerdings gerade die Käufer abschrecken die die PS3, wegen ihres High-Tech-Status gekauft haben.

Sony steht kurz vor dem völligen Untergang, die Firma ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die nächsten zwei Jahre bringen vermutlich das endgültige "Aus" aber vielleicht zeigt sich ja auch noch ein Silberstreif am dunklen Horizont, auch wenn momentan wohl keiner realistisch sagen kann wie dieser aussehen könnte. 

Quellen:
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,868655,00.html
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/sony128.html
http://www.bloomberg.com/news/2012-04-09/sony-to-cut-10-000-jobs-worldwide-6-of-workforce-nikkei-says.html
http://www.joystiq.com/2012/08/02/sonys-q1-2012-results-are-in-are-grim/
http://www.businessweek.com/news/2012-06-26/sony-revival-under-hirai-seen-trailing-tsuga-s-panasonic-tech
http://kotaku.com/5960411/how-sony-is-turning-into-a-ghost-in-japan-and-around-the-world


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Dies ist eine leicht gekürzte Fassung meines Originalartikels

  1. Einleitung
  2. Enttäuschungen 2010
  3. Das Super-Spielejahr 2010
  4. Das Jahr 2011 wird anders ...
  5. Fazit

 

Einleitung

Was schon am Anfang des Jahres abzusehen war hat sich schließlich bewahrheitet: Das Jahr 2010 ist das bislang beste Wii-Jahr was die Qualität der Spiele angeht. Doch das Jahr barg noch einige andere Überraschungen.

Enttäuschungen 2010

Die größte Enttäuschung des Jahres für Videospieler hat nur am Rande mit der Wii zu tun: Der Vorstoß von Microsoft und Sony in Richtung Bewegungssteuerung brachte eher Frust als Spielelust. Weder Kinect für die Xbox 360 noch Move für die Playstation 3 konnten überzeugen. Zwar bieten die beiden Systeme in mancher Hinsicht Vorteile gegenüber der Wii-Steuerung mit Motion Plus, aber auch sehr gravierende Nachteile. So hat das fünf Jahre alte System von Nintendo, das 2009 noch einmal aufgemöbelt wurde, qualitativ immer noch die Nase vorne wenn es um Spiele mit Bewegung geht. Genauer mit dem Thema habe ich mich in einem anderen Artikel befasst: Los! Bewegung! Über Move, Kinect und Motion Plus.

Eine andere Enttäuschung gab es für all jene die nach der Vorstellung von Motion Plus im Jahre 2009 nun eine Welle von Spielen mit einer 1-zu-1-Bewegungssteuerung erwarteten. Obwohl sich Motion Plus millionenfach verkaufte und einige Titel wie Wii Sports Resort oder Red Steel 2 ohne das Zusatzmodul gar nicht spielbar sind, gibt es bislang es nur eine handvoll Spiele die Motion Plus unterstützten. Der Grund ist einfach: Für die meisten Spiele reicht die alte Wii Steuerung vollkommen, eine 100% exakte Bewegungserkennung ist meistens gar nicht nötig und die vielfach genutzte Zeigersteuerung der Wii funktioniert auch ohne Motion Plus bereits präzise.

Zukünftig wird Motion Plus bereits fest in die Wiimote eingebaut sein (die dabei ihre alte Grösse behält), das Zusatzmodul und alte Wiimotes ohne Motion Plus sind damit ein Auslaufmodell. Das nächste große Motion Plus Spiel wird Zelda - Skyward Sword sein, das aber erst Anfang 2011 erscheint.

Das Super-Spielejahr 2010

Nun zu weitaus erfreulicheren Themen: Bereits Mitte des Jahres hatte ich eine vorläufige positive "Wii-Spiele-Bilanz" gezogen: Halbzeitbilanz 2010 für Wii Spieler. Die zweite Jahreshälfte brachte sogar noch mehr herausragende Titel. Von Kritikern und Spielern gleichermassen gelobte Highlights wie Metroid Other M, Goldeneye, Trackmania, Sonic Colors, Donkey Kong Country Returns, Wii Party, Call of Duty: Black Ops oder Micky Epic buhlen um die Gunst der Käufer. Eine vollständige Liste aller guten Spiele in 2010 findet man auf diesen Seiten: Wii Spiele in 2010.

In anderer Hinsicht überrascht hat das Jahr 2010 im Bezug auf "Multiplattformspiele", also Spiele die für verschiedene Spielesysteme (PS3, Xbox360, PC, Wii) erscheinen. Dort hatte die Wii oftmals die beste Version zu bieten, was Spiele wie Prince of Persia, Tiger Woods PGA Tour 11, Pro Evolution Soccer 2011, Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn oder Star Wars: The Force Unleashed II eindrucksvoll zeigten. Es gab allerdings auch Enttäuschungen wie die Wii Version von Need for Speed: Hot Pursuit. Die meisten Wii Spiele des Jahres waren aber exklusive Entwicklungen, die man auf keiner anderen Spieleplattform bekommt.

Außerdem legt das Spieleangebot für die Wii endlich auch in zwei Genres zu die bislang eher schwach besetzt waren: Zum Jahresende streiten sich im Genre der Ego-Shooter unter anderem zwei herausragende Spiele um die Käufergunst: Goldeneye und Call of Duty: Black Ops. Auch im der Genre der Autorennspielen gab es erfreuliches zu vermelden: Unter anderem erschienen mit Trackmania und Sonic & SEGA All-Stars Racing zwei sehr unterschiedliche Beiträge zum Genre. Mit FlatOut und Driver: San Francisco stehen schon die nächsten am Start.

In den auf der Wii seit jeher gut besetzten Bereichen wie Jump&Run, Action-Abenteuer, Sport oder Partyspiele gab es natürlich auch dieses Jahr wieder etliche Neuheiten.

Das Jahr 2011 wird anders ...

Was das nächste Jahr für Wii Spieler bringen wird steht größtenteils noch in den Sternen bzw. in den internen Produktionsplänen der Spielepublisher, aber es wird, das ist bereits abzusehen, nicht so vollgestopft sein mit Topspielen.

Klar ist, dass Nintendo sich nächstes Jahr nicht nicht lumpen lassen wird und einige hochwertige Eigenproduktionen am Start hat: Vermutlich früh im Jahr steht mit The Legend of Zelda - Skyward Sword ein Spielehighlight an, das sicher rund um den Globus wieder Spieler und Kritiker gleichermaßen zum Schwelgen bringen wird, gleiches hat der Überraschungshit Kirbys Epic Yarn in den USA schon geschafft, europäische Spieler müssen sich noch ein paar Monate gedulden. Ebenfalls erwartet wird Pikmin 3, zu diesem gibt es zwar bislang kaum Informationen, aber das es 2011 erscheinen wird gilt als sicher.

Mitte des Jahres darf man auf der Videospielemesse E3 wieder einige überraschende Ankündigungen von Nintendo erwarten die man dann vermutlich zu Weihnachten im Regal findet und auch der Vitality Sensor, neben dem Balance-Board und Motion Plus die nächste neue "große" Wii-Zusatzhardware von Nintendo, wird für Abwechslung sorgen. Eine Vorschau auf vielversprechende Spiele findet man auf diesen Seiten: Wii Spiele Vorschau.

Das Jahr 2011 könnte aber in anderer Hinsicht zu einem besonderen werden: Nintendo hat mit The Last Story ein aufwendiges und hochgelobtes Rollenspiel produziert, welches in Japan im November 2010 erscheint. Ein Termin für den Westen steht noch aus, ebenso wie für das einstimmig hochgelobte Xenoblade das in Japan bereits Mitte des Jahres erschien. Auch andere Spielepublisher haben mit Earth Seeker und Rune Factory: Oceans zwei potentielle Top-Rollenspiele in Produktion. 2011 könnte als das "Rollenspieljahr" in die Wii Geschichte eingehen insofern diese Spiele es alle auch in unsere westlichen Gefilde schaffen.

Fazit

Ein Jahr voller toller Spiele und auch ein paar Überraschungen liegt hinter uns und lässt Videospieler mit einer Wii positiv wie nie zuvor zurück- und hoffnungsfroh in die Zukunft blicken.

Und wer weiß? Auch wenn es im Moment noch nicht so aussieht, vielleicht heißt es auch Ende 2011 wieder: Das war ein Superspielejahr!


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Einleitung
Vor vier Jahren hatten viele Marktexperten und Analysten die Firma Nintendo praktisch schon abgeschrieben. Dann brachte Nintendo die Wii im Dezember 2006 auf den Markt, der Rest ist Videospielgeschichte. Microsoft und Sony reagierten entsetzt auf den Erfolg der Wii, doch, wie es bei solchen Riesenkonzernen nun mal so ist, nur träge. Erst Ende 2010 schafften sie es ihre eigenen Bewegungssteuerungsysteme auf den Markt zu bringen.

Sony dachte sich offensichtlich, das kopieren besser ist als schlecht selbst gemacht und wer sich das "Move"-genannte System ansieht hat wohl das eine oder andere Deja vu-Erlebnis. Microsoft wagte auch keinen großen Sprung und setzte mit "Kinect" auf eine andere althergebrachte Technik.

Sonys Move

Sony kopierte mit Move recht frech die Wii Steuerung, doch statt der Sensorleiste wurde auf eine Eyetoy-Kamera gesetzt, was einige Vorteile aber auch arge Probleme mit sich bringt. Ein komplettes Move-Paket besteht aus einer Eyetoy-Kamera, dem Move-Motion-Controller (also einer Wiimote Kopie) und dem Move-Navigation-Controller (eine Kopie des Wii-Nunchuks). So wird das Paket aber nirgendwo verkauft. Das erhältliche Move-Starter-Paket beinhaltet nur die Kamera und den Motion Controller. Den Navigation-Controller kann man nur extra zu kaufen.

Der Motion-Controller reagiert in etwa so präzise wie die Wiimote mit Motion Plus. Die Kamera ermöglicht es zusätzlich die Position des Spielers vor dem Bildschirm zu erfassen. Es ist beeindruckend wenn man z.B. bei einem virtuellen Tischtennisspiel die Position vor dem Spieltisch ändern kann indem man sich vor dem Bildschirm bewegt. Das auffälligste am Move-Controller ist die Leuchtkugel an der sich die Kamera orientiert.

Hier beginnen auch schon die Schwierigkeiten des Systems. Diese leuchtende Kugel nervt, besonders wenn der Raum etwas dunkler ist. Es dürfen keine bunten Bilder oder andere farbige Objekte oder gar Lichtquellen im Blickfeld der Kamera sein, sonst hat diese Schwierigkeiten bei der Erfassung des Controllers. Zudem muss ein Mindestabstand von mindestens 2.5 Metern zum Fernseher eingehalten werden. Technisch bedingt hat Move ein deutlich merkbares "Lag", d.h. eine Verzögerung bei der Erfassung der Daten. Schließlich müssen der Datenstrom der Kamera und die Funksignale des Controllers erstmal von der Konsole verarbeitet werden, das ist in Realzeit leider nicht möglich. Zudem muss das System oft neu kalibriert werden, damit die Kamera die Leuchtkugel korrekt erkennt.

Microsofts Kinect

Microsoft kopiert auch. Aber nicht von Nintendo sondern von Sony. Mit dem Eyetoy hatte Sony einst schon für die Playstation 2 ein System für die Erkennung des Spielers vor dem Bildschirm entwickelt, doch war Eyetoy wegen der Ungenauigkeit der Technik nur für einfache Hampelspiele zu gebrauchen. Mit Kinect stellte Microsoft nun praktisch das Eyetoy 2 vor, das System funktioniert völlig ohne zusätzlichen Controller. Auch hier beeindruckt die Technik zunächst. Die Position des Spielers vor dem Bildschirm wird genauer erfasst als bei Move und durch eine Infrarottechnik soll das System auch in etwas dämmrigen Räumen funktionieren. Zusätzlich gibt es eine Spracherkennung.

Aber auch hier stellt sich schnell die Ernüchterung ein. Ebenso wie bei Move ist meistens eine deutlich spürbare Verzögerung bei der Erfassung der Bewegungen merkbar. Zudem benutzen viele der Spiele die Bewegung nur als "Knopfersatz", wie beim alten Wii Sports vor 4 Jahren hat es bei vielen Kinect-Spielen keine Auswirkung wie schnell oder präzise die Bewegung ausgeführt wird, nur das man die Hand dann oben hält wird vom System gewertet. Auch für Kinect benötigt man viel Platz vor dem Bildschirm, ein Mindestabstand von knapp zwei Metern muss eingehalten werden. Zudem kann das System zwar theoretisch mehrere Spieler gleichzeitig erfassen, aber praktisch hapert es dann oftmals an der Bewegungserkennung. Probleme gibt es auch wenn im Hintergrund Personen oder Haustiere durch das Bild tapsen oder die Lichtbedingungen nicht ideal sind. Zudem ist Kinect kein System für Schotten: Sobald der Spieler bzw. die Spielerin einen Rock trägt der die Beine ein wenig verdeckt funktioniert die Kalibrierung nicht. Auch Spieler mit ungewöhnlichen Körpermaßen die etwas stärker vom Durchschnitt abweichen haben Probleme mit Kinect und umgekehrt. Die Spracherkennnung funktioniert nur in englisch und, man kennt es vom PC, eher leidlich. Auch Kinect muss oft neu kalibriert werden.

Nintendos Wii Steuerung und Motion Plus

Als die Wii 2006 der Öffentlichkeit präsentiert wurde stellte sich bei so manchem Spieler bald Ernüchterung ein. Statt beim Tennispiel die genaue Armposition des Spielers zu erfassen diente die Bewegung oftmals nur als "Trigger" als Auslöseeffekt für eine vorher definierte Aktion. Mit Motion Plus stellte Nintendo Mitte 2009 eine Erweiterung der Wiimote vor die eine viel genauere Bewegungserkennung möglich machte. Das Steckmodul wird einfach unten an der Wiimote befestigt, leider profitieren nur speziell angepasste Spiele davon, aber dann ist das Ergebnis beeindruckend und arbeitet zudem praktisch verzögerungsfrei. Auch die Zeigersteuerung funktioniert präzise und verzögerungsfrei.

Die Schattenseiten sind klar: Es ist mit diesem System nicht möglich die Position des Spielers vor dem Fernseher zu bestimmen, nur der Abstand (nur wenn man die Wiimote auf den Fernseher richtet) und die Haltung/Drehung der Wiimote kann erfasst werden. Zudem muss auch Motion Plus immer mal wieder neu kalibriert werden. Noch vor Jahresende 2010 wird übrigens eine Wiimote erscheinen in der Motion Plus bereits eingebaut ist.

Erwähnenswert ist auch das Wii Balance-Board, eine Art Superwaage, die selbst kleinste Positionsveränderungen des darauf stehenden Spielers exakt erkennt und in vielen Fitness-, Party- und Sportspielen genutzt wird. Es gibt auch noch andere Zusatzsysteme für die Wii, diese stammen allerdings nicht von Nintendo, z.B. Beispiel liegt dem Fitness-Spiel Your Shape ebenfalls eine Kamera bei. Wobei übrigens auch hier die Erkennung eher leidlich klappt.

Fazit
Kinect und Move punkten mit der Erfassung des Spielers vor dem Bildschirm, was die Bewegungssteuerung in einigen Spielen auf ein neues Level heben könnte. Allerdings haben beide System deutlich merkbare Probleme die Bewegungen in Realzeit zu erfassen, reagieren deshalb oftmals nur mit Verzögerung. Beide Systeme brauchen viel Platz vor dem Fernseher. Die Wiimote mit Motion Plus kann die Position des Spielers nicht erfassen reagiert auf Bewegungen aber verzögerungsfrei. Ein grosses Plus der Wii ist die präzise Zeigersteuerung.

Ein weiterer Punkt ist die Spieleauswahl. Für die Wii gibt es schon sehr viele Spiele die die Bewegungssteuerung nutzen, da ist viel Müll dabei aber auch viele hervorragende Spiele. Für Kinect und Move gibt es nur wenig Spiele die auf die Bewegungsteuerung setzen und wie die Spielezukunft aussieht hängt stark davon ab wie gut sich diese neuen Systeme verkaufen. Zudem sind Kinect und Move eher für einfach Partyspiele geeignet. Kinect fehlt für anspruchsvollere Spiele eine präzise Steuerungsmöglichkeit. Die gibt es zwar bei Move, doch der Move-Navigation-Controller kann nur extra erworben werden und wird deshalb, das ist jetzt schon abzusehen, kaum in Spielen genutzt werden. Zudem fehlt beiden Systemen eine präzise und schnelle Zeigersteuerung die bei vielen der besten Wii Spiele genutzt wird.

Die durchschnittlichen Preis der Wii Spiele liegt bei etwa 40 Euro, zudem gibt es für die Wii schon sehr viele ältere "Bewegungsspiele" die mittlerweile sehr günstig zu haben sind. PS3 und Xbox360-Spiele kosten in etwa 60 Euro. Welches Preisniveau Move und Kinect-Spiele haben werden bleibt abzuwarten.

Wer schon eine Wii besitzt kann auf Move und Kinect also verzichten. Wer eine PS3 oder Xbox360 sein eigen nennt kann gegenüber einem kompletten Wii-Paket etwas sparen wenn er sich nur Move oder Kinect zulegen muss. Der Vorteil der Wii ist aber unübersehbar. Während die Zukunft von Move und Kinect ungewiss ist, gibt es für die Wii bereits eine große Auswahl guter Spiele aller Art zu vergleichsweise günstigen Preisen.

Hinweis: Dies ist eine leicht gekürzte Fassung meines Originalartikels.


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Wie sind die ersten sechs Monate des Jahres 2010 aus Sicht der Wii Spieler zu beurteilen? Schon Ende 2009 als es viele Spiele-Neuankündigungen für 2010 gab wurde von Experten gesagt das 2010 das beste Jahr für Wii Spieler werden könnte. Das erste Halbjahr bestätigte diese Aussagen eindrucksvoll.

Ende Januar gab es den Startschuß für die folgenden Monate mit dem hochgelobten Prügelspiel Tatsunoko vs. Capcom, dann folgte ein Highlight nach dem anderen. Hervorzuheben ist das im Februar erschienene anspruchsvolle Psycho-Horror-Spiel Silent Hill: Shattered Memories und im März erschien dann eines der seltsamsten aber vielleicht auch schönsten Spiele aller Zeiten: Fragile Dreams. Es beeindruckte nicht durch die eher konventionelle Spielemechanik sondern vor allem durch die anspruchsvolle Handlung, schöne Optik und eine dichte Atmosphäre. Das langerwartete Final Fantasy: The Crystal Bearers zeigte das Entwickler Square-Enix doch noch innovativ sein kann und nicht nur noch seelenlose Blockbuster produziert, doch leider fiel das Spiel in anderen Bereichen ab.

Innovation ist halt nicht alles, das zeigte das weltweit überaus erfolgreiche Monster Hunter 3, das bot gegenüber dem vorherigen Teil und den diversen Handheld-Spielen nicht allzuviel Neues, aber trotzdem genug um alte Spieler zu begeistern und neue zu gewinnen. Auch das Unterwasserabenteuer und  Taucherlebnis Endless Ocean 2 war im Prinzip eine Neuauflage des Vorgängers, doch wurde an wirklich allen Ecken und Enden stark verbessert: Die Unterwasserwelt wurde detailreicher und schöner, die spannende Abenteuerstory motivierte ebenso zum weiterspielen wie die abwechslungsreichen Schauplätze und Aufträge.

Auch der Action-Bereich war gut vertreten. Das Flugaction-Spektakel The Sky Crawlers, das etwas verrückte No More Heroes 2, das Schwertkämpferspiel Red Steel 2, die Massenschlachtsprügelei Samurai Warriors 3 und das Nonstop-Actionspektakel Sin&Punishment liessen den Bildschirm erbeben.

Weniger Action aber trotzdem viel Spielspaß bot die Bauernhof-Abenteuer-Simulation Rune Factory: Frontier. Auch das für europäische Geschmäcker eher seltsam anmutende Sakura Wars: So Long My Love bannte so manchen Spieler vor den Bildschirm. Die Freunde kniffliger Geschicklichkeitsabenteuer konnten sich über Prince of Persia: Die vergessene Zeit und Lego Harry Potter freuen. Für die meisten Spieler war aber sicherlich Mario Galaxy 2 das Highlight der ersten Jahreshälfte.

Was hat man nun für den Rest des Jahres zu erwarten? Die weltweit größte Spielemesse, die E3, bot da Mitte Juni schon einen Ausblick, doch dort wurde auch eine Nachricht verkündet die viele Spieler enttäuschte: The Legend of Zelda: Skyward Sword wird nun doch nicht wie angekündigt zu Weihnachten erscheinen sondern erst Anfang 2011. Doch dafür bot Nintendo beeindruckenden Ausgleich.

Gleich mehrere neue eigenproduzierte Wii Spiele stellte Nintendo auf der Messe vor, zwei davon sollen noch 2010 erscheinen. Zum einen das schnelle Geschicklichkeitsspiel Donkey Kong Country Returns und das innovative Jump&Run Kirby's Epic Yarn. Außerdem wurde das beeindruckende Actionspiel Goldeneye 007 erstmals gezeigt. Eines der weltweit am meisten beachtete Spiele für 2010 ist aber keine Nintendo Eigenproduktion: Epic Mickey soll, überraschend düster, der Marke "Micky Maus" neues Leben einhauchen.

Zudem gibt es dieses Jahr natürlich ein neues Ballerspektakel aus der Call of Duty-Serie für die Wii: Black Ops wird ebenso wie die Vorgänger wieder viele Freunde finden. Weitere Action-Spiele sind Tom Clancy's H.A.W.X. 2 und das eher taktische Ghost Recon: Future Soldier sowie das Star Wars Spiel The Force Unleashed II. Ein mit Spannung erwarteter Shooter ist außerdem Conduit 2. Bedeutend ruhiger, aber vermutlich nicht weniger fesselnd geht es in Die Sims 3 zu. Auch drei beachtenswerte Jump&Runs stehen noch dieses Jahr an: Das für ein Sonic-Spiel überraschend gut aussehende Sonic Colors wird vielfach scherzhaft schon als Sonic Galaxy bezeichnet, außerdem erwartet die Spieler noch das von deutschen Entwicklern produzierte The Kore Gang und Flips Twisted World. Dazu kommt noch ein neues Spiel der erfolgreichen Raving Rabbids-Serie: Die verrückte Zeitreise. Mit Need for Speed: Hot Pursuit, Trackmania und FlatOut erwarten die Spieler bis Jahresende gleich drei Autorennspiele. Das kürzlich angekündigte Driver: San Francisco wurde daher auf 2011 verschoben.

Eines der Highlights der zweiten Jahreshälfte wird aber ohne Frage das Action-Abenteuer Metroid Other M das bereits Anfang September erscheinen wird. Auch Wii Party wird mit Spannung erwartet, wird es das ultimative Partyspiel? Einige Sportspiele werden auch um die Gunst der Käufer buhlen: Tiger Woods PGA Tour 11 ist vor kurzem bereits erschienen.

Aber was kommt noch? Es ist nicht unwahrscheinlich das noch einige bislang unangekündigte Spiele erscheinen werden. Als Beispiel sei hier der Rollenbereich genannt: Nintendo hat zwei aufwendige Rollenspiele produziert: Xenoblade ist kürzlich erfolgreich in Japan erschienen. The Last Story wird noch dieses Jahr in Japan erscheinen. Beide Spiele haben noch keinen Termin für Europa, doch da Nintendo zwischen der Ankündigung und dem erscheinen neuer Titel meist nur wenig Zeit verstreichen lässt, könnte zumindestens das in Japan hochgelobte Xenoblade noch dieses Jahr auch bei uns die Abenteuerspiel-Freunde entzücken. Auch für die Rollenspiele Arc Rise Fantasia und Tales of Graces steht ein Europa-Termin noch aus.

Wie immer kann man erwarten das sich einige der hier genannten Spiele doch noch auf 2011 verschieben, entweder weil Produktionsschwierigkeiten auftreten oder ein Marketing-Stratege entscheidet, das eine spätere Veröffentlichung sinnvoller wäre. Eines ist jetzt schon abzusehen. Das zweite Halbjahr 2010 bietet mindestens ebenso viele Spielehighlights wie das erste.

Ein kurzer Ausblick auf 2011

Anfang des Jahres 2011 wird das neue Zelda-Spiel sicherlich die Spieler wieder zu Begeisterungsstürmen hinreissen und gute Bewertungen kassieren. Doch das Highlight wird trotzdem für viele Spieler nichts mit der Wii zu tun haben: Die Veröffentlichung des Nintendo 3DS Handheld im März 2011. Der Nachfolger des Nintendo DS beeindruckt u.a. durch einen wirklich fantastischen 3D Effekt für den man keine Brille benötigt.

Warum ist die Veröffentlichung des 3DS für Wii Spieler interessant (mal abgesehen davon das sicherlich viele Wii Besitzer auch den 3DS kaufen werden)? Nun, der Nintendo DS verkauft sich immer noch blendend und wird das vermutlich auch noch 2011 tun, trotzdem veröffentlicht Nintendo einen Nachfolger und ist damit wieder der Innovationsmotor der Videospielindustrie. Was heisst das für die Wii? Auch sie verkauft sich immer noch blendend, doch es ist wahrscheinlich das Nintendo auch hier nicht warten wird bis das Interesse an der Wii abflaut, bevor sie einen Nachfolger auf den Markt bringt. Auch die Konkurrenz, also Sony und Microsoft, haben trotz aller gegenteiliger Beteuerungen schon ihre neuen Konsolenmodelle in der Hinterhand.

Um Spielenachschub für die Wii wird man sich in den nächsten Jahren trotzdem nicht sorgen müssen, selbst wenn Ende 2011 oder 2012 ein Nachfolger erscheint. Die Wii wurde so oft verkauft, im Gegensatz zur Konkurrenz wo eine neue Konsole praktisch das sofortige Spiele-Aus für die alte bedeuten würde, dass es sich für die Entwickler lohnt auch auf lange Sicht noch neue Wii-Spiele zu veröffentlichen und das weit über 2012 hinaus.


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Wenn man sich die Spiele-Wertungen der verschiedenen Videospielepublikation ansieht dann merkt man schnell, dass die Wertungen oftmals erheblich variieren. Gewisse Unterschiede sind natürlich normal und dem Geschmack des jeweiligen Testers geschuldet, aber gerade bei Spielen für die Wii sehr auffallend.

Dafür gibt es mehrere Gründe die ich weiter unten erläutere. Zunächst muss angemerkt werden, das journalistische Professionalität in weiten Teilen der Videospielzeitschriften keine nennenswerte Relevanz besitzt. Ein Auswuchs der Naivität der Szene sind die Prozentwertungen für Videospiele. Wenn ein Kritiker einem Film oder Buch eine Prozentwertung a la 47% geben würde, würde er nur Kopfschütteln oder bestenfalls Gelächter ernten. In der Videospielszene sind solche an den Haaren herbeigezogenen "Wertungen" leider gang und gäbe, nicht nur bei den Endwertungen, sondern auch bei den Teilwertungen für Grafik oder Musik. Geschuldet sind diese infantilen Traditionen den meist sehr jungen Lesern dieser Publikationen, die sich in entsprechenden Foren stundenlang über Wertungsunterschiede von 1% - 2% auslassen können.

Zudem ist es leider auch Tradition vieler dieser Publikationen "gehypte", also mit viel Marketingaufwand beworbene Spiele, grundsätzlich hohe Wertungen zu geben. Als Beispiel: Modern Warfare 2 ist natürlich kein gutes Spiel, sondern das Äquivalent eines stumpfsinnigen Kriegsprogandafilms, bei dessen Anblick jedem halbwegs reifen Mensch das Hirn schmilzt. Trotzdem bekam es in vielen Szene-Publikationen gute Wertungen, nur die an ein erwachsenes Publikum gerichteten Magazine machten die Ausnahme.

1. Die meisten Videospielzeitschriften richten sich an männliche Teenager und ein Teil dieser Leserschaft ist völlig entsetzt darüber, das mit der Wii nun auch Mütter, Väter und Großeltern Lust auf Videospiele bekommen haben und damit in ihre Domäne eindringen. Manche dieser Teenager reagieren daher allergisch auf jedes Wii Spiel und so mancher Redakteur versucht sich durch dumpfe Kommentare zu Wii Spielen bei dieser Leserschaft anzubiedern.

2. Wii-Spiele haben aufgrund der neuartigen Steuerung bei vielen konservativen, an Gamepads gewöhnten, Spieletestern von vorneherein schlechte Karten und diese stellen (noch) die Mehrheit in den Redaktionen. Zudem sind viele der Spieletester, schlimmer noch als Fußballfans, ihrer Konsolenmarke verhaftet und da Nintendo vor der Wii einige Konsolenflops zu verkraften hatte, ist die Anzahl der Nintendo-Fans in den Redaktionen dementsprechend gering. So werden dann oftmals Redakteure "gezwungen" Wii Spiele zu testen, die eigentlich lieber das neueste Ballerspielchen für ihre Playstation hochjubeln würden, das schlägt sich dann auch in voreingenommenen Tests nieder.

3. Es kommen jeden Monat viele viele neue Wii Spiele auf den Markt, aber nur ein Bruchteil davon hat echte Qualität zu bieten. Den meisten Redaktionen fehlt die Zeit alle diese Spiele ausführlich zu testen. Deshalb werden so manche Spiele bestenfalls oberflächlich getestet und einfach eine der üblichen 60% - 75% Wertungen aus dem Hut gezogen.

Es ist Besserung in Sicht: Teenager werden älter und vernünftiger, die nachkommenden jüngeren Spieler mögen die Wii und die neue Steuerung sowieso schon längst. Spiele Redakteure die die Wii immer noch als "Hausfrauen-Konsole" beschimpfen oder über die neue Steuerung lästern, ernten immer öfter nur noch Kopfschütteln. Entweder ob ihres Unvermögens die Wii Steuerung zu meistern, oder einfach wegen der Tatsache das viele der besten Spiele der letzten Jahre (und der kommenden Monate) nur für die Wii erhältlich sind. Denn das haben mittlerweile nun die meisten Spieler mitbekommen.  Nur die Freunde der Bombastgrafik wird kein Wii Spiel je vollends befriedigen könne, die müssen weiterhin zum PC greifen.


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